CAF Afrika Cup

Kalte Dusche nach der Eröffnungsfeier

Der 29. Afrika Cup ist eröffnet, die Freude in Südafrika hält sich aber in Grenzen. Den Auftakt verpatzte die Bafana Bafana mit einem 0:0 gegen Kap Verde, im zweiten Spiel des Tages fielen auch keine Tore.

Die Eröffnungsfeier in SüdafrikaVieles erinnerte an die Weltmeisterschaft 2010. Südafrika durfte als Gastgeber damals wie heute das Turnier eröffnen. Das Soccer City Stadium in Johannesburg war zwar nicht ausverkauft, für Afrika Cup-Verhältnisse aber sehr gut gefüllt. Die Zuschauer erfreuten sich an der Eröffnungsshow. Und die Vuvuzela war wie 2010 der große Stimmungsmacher auf den Tribünen – egal, ob man das Blasinstrument nun mag oder eben nicht.

Doch auch sportlich waren deutliche Parallelen zu erkennen: Wie bei der Weltmeisterschaft schaffte es die Bafana Bafana nicht, den Heimvorteil in einen Auftaktsieg umzumünzen. Nur hieß diesmal der Gegner nicht WM-Dauergast Mexiko, sondern Kap Verde. Der Inselstaat mit 500.000 Einwohnern ist zum ersten Mal für den Afrika Cup qualifiziert.

Von der Außenseiter-Rolle war in der ersten Halbzeit aber wenig zu spüren, defensiv stand das Team von Trainer Lucio Antunes sicher und hatte durch Platini sogar die beste und gleichzeitig einzige Torchance des ersten Durchgangs (16.).

Nach der Pause kam Südafrika dann etwas besser in die Partie, auch wenn spielerisch weiterhin wenig zusammenpasste. Siphiwe Tshabalala hatte die erste echte Torchance der Bafana Bafana, doch Vozinha – der Torhüter der Blue Sharks – kam rechtzeitig aus seinem Kasten und klärte die Situation (56.).

Damit war die kurze Herrlichkeit der Gastgeber aber wieder beendet, die Kapverdianer gewannen die defensive Sicherheit zurück und offensiv ging ein Kopfball des eingewechselten Julio Tavares knapp am Pfosten vorbei (73.). Die Vuvuzelas wurden immer leiser und verstummten gänzlich, als Schiedsrichter Jamel Haimoudi nach 93 Minuten abpfiff. Die Bafana Bafana muss nach dem torlosen Remis gegen den vermeintlich leichtesten Gegner um den Einzug ins Viertelfinale bangen.

Marokko kann auch nicht gewinnen

Zum zweiten Spiel der Gruppe A verließen zahlreiche Fans die WM-Arena in Johannesburg, viel verpasst haben sie nicht. Mitfavorit Marokko wollte mit einem Sieg ins Turnier starten, doch Angola war in einem mäßigen Spiel gleichwertig und erkämpfte sich ein verdientes 0:0.

Dabei begann das Spiel wesentlich ansehnlicher als die Eröffnungspartie, beide Teams starteten engagiert. Nach der besten Torchance durch Mounir El Hamdaoui (10.) spielte sich dann aber vieles im Mittelfeld ab, die favorisierten Marokkaner gingen dabei teilweise rustikal zu Werke.

Marokkos Trainer Rachid Taoussi setzte überraschend Younes Belhanda auf die Bank und ohne den Star im Mittelfeld fehlte auch im zweiten Durchgang die Kreativität bei den Atlas-Löwen. Angola hielt das Spiel offen und hätte durch Alfonso (49.) sogar in Führung gehen können. Belhanda kam dann in der 64. Minute, doch das mäßige Niveau des ersten Tages konnte auch der Spieler von Montpellier nicht mehr heben und so startete die 29. Afcon-Auflage gänzlich ohne Torjubel.

DR Kongo beendet Streik – Mali kämpft für die Heimat

Wenn am Sonntag erstmals die Gruppe B zu sehen sein wird, greift mit Ghana einer der Topfavoriten auf den Titel ins Geschehen ein. Die Schlagzeilen beherrschte zuletzt aber Ghanas Gegner, die Demokratische Republik Kongo. Wegen ausstehender Bonuszahlungen streikte das Team zwei Tage lang und zwischenzeitlich gab es sogar Gerüchte über einen Rücktritt von Trainer Claude Le Roy. Die Probleme sollen nun ausgeräumt sein, das Spiel kann in Port Elizabeth steigen.

„Wir wollen versuchen, unseren Landsleuten ein wenig Hoffnung und Glück zu geben.“ Das sagte Malis Kapitän Seydou Keita vor dem Auftaktspiel seiner Mannschaft gegen Außenseiter Niger der Nachrichtenagentur AFP. In Mali tobt der Bürgerkrieg, französische Truppen sind in das westafrikanische Land einmarschiert – doch das soll für 90 Minuten in den Hintergrund rücken. „Jedes einzelne Spiel gibt den Menschen Hoffnung – trotz der sehr schwierigen politischen Lage und dieses schrecklichen Krieges“, ergänzte der französische Trainer Patrice Carteron.

Das zweite Spiel steigt ebenfalls in Port Elizabeth, Anstoß ist um 19 Uhr. Gernot Rohr, der Trainer von Niger, weiß um die Unterlegenheit seiner Mannschaft, sieht aber trotzdem einen großen Vorteil: „Meine Spieler sind unverbraucht, sie sind vom Geld nicht verdorben. Und sie haben ein großes Herz“, sagte Rohr und träumt von einer Überraschung gegen Mali.