CAF Afrika Cup

Der alte Fuchs schlägt zurück

Ghana führte im ersten Spiel der Gruppe B mit 2:0, auch dank eines klugen Schachzugs von Trainer Appiah. Zum Sieg reichte es aber nicht, weil DR Kongo von Routinier Claude Le Roy hervorragend eingestellt wurde und sich ein verdientes 2:2 erkämpfte.

Claude Le Roy (Trainer DR Kongo)Das zweite Spiel des Tages erinnerte dann wieder mehr an den enttäuschenden Eröffnungstag mit zwei torlosen Remis. Außenseiter Niger schnupperte mit einer disziplinierten Defensivleistung gegen Mali an einem 0:0 und damit am ersten Punktgewinn überhaupt beim Afrika Cup. Doch Seydou Keita zerstörte den Traum mit dem Tor des Tages zum 1:0-Sieg für Mali – der Mitfavorit auf den Titel führt mit drei Punkten die Tabelle der Gruppe B an.

Favorit Ghana verspielt eine 2:0-Führung

Afrikanische Nationalmannschaften und ihre Trainer – das war in den letzten Jahren häufig ein schwer nachzuvollziehendes Thema. Die Zeit der deutschen Weltenbummler scheint zwar vorbei, derzeit sind vor allem französische Trainer gefragt. Dabei wird von Togo mit Didier Six sogar ein Coach verpflichtet, der seit 20 Jahren aus dem Fußball-Geschäft raus ist. Aber auch einheimische Trainer bekommen wieder vermehrt eine Chance.

In Ghana heißt der neue Mann James Kwesi Appiah, ein junger und aufstrebender Trainer, der bei den Black Stars im Jugendbereich bereits Erfolge feiern konnte. Im ersten Gruppenspiel der Ghanaer wagte Appiah mit der Nominierung von Kwadwo Asamoah (Juventus) als Linksverteidiger ein Experiment, das zunächst zu scheitern drohte. In der Anfangsphase ließ sich der gelernte Mittelfeldspieler zwei Mal ausspielen und die Demokratische Republik Kongo hätte durch Lua Lua (13.) und Trésor Mputu (15.) in Führung gehen müssen.

Aber Appiahs taktischer Schachzug – und ist es nicht das, was einen guten Trainer ausmacht? – ging im Laufe des Spiels doch auf. Beim 1:0 durch Emmanuel Agyeman (40.) spielte sich Asamoah durch einen Doppelpass mit Asamoah Gyan schön frei und legte den Treffer auf. Das zweite Tor der Black Stars erzielte Asamoah per Kopfball nach einer Ecke sogar selbst (49.).

Die Leoparden aus dem Kongo vertrauen mit Claude Le Roy dagegen dem Gegenentwurf eines jungen Trainers. Der Franzose wird im Laufe des Afrika Cups 65 Jahre alt und ist schon zum siebten Mal beim Afrika Cup dabei. Und die Kongolesen profitieren von all der Erfahrung des Veteranen. Aufgrund einer starken Vorstellung kämpfte sich der Außenseiter verdient zurück: Nach dem schönen Anschlusstreffer durch Mputu (53.) war es Starstürmer Dieumerci Mbokani, der per Elfmeter den 2:2-Endstand sicherstellte (69.).

In der Schlussphase spielten beide Teams auf Sieg und hatten auch die Torchancen dazu. Doch die beiden Torhüter Abdel-Fatawu Dauda (Ghana) und Robert Kidiaba (DR Kongo) erwischten einen guten Tag und ließen sich nicht mehr bezwingen. Im Duell der Trainer-Generationen gab es somit das dritte Remis beim Afrika Cup in Südafrika.

Keita bestraft krassen Torwartfehler

Beim frühen Spiel im Nelson Mendela Bay in Port Elizabeth waren die Tribünen extrem leer, das änderte sich vor der zweiten Partie, zumindest die unteren Ränge waren besser gefüllt. Doch die dazugekommenen Zuschauer sahen eine mäßige Partie. Außenseiter Niger rührte mit einer tief stehenden Viererkette Beton an und Mali fehlten trotz der guten Besetzung im Mittelfeld die spielerischen Mittel.

Dabei bestätigten beide Teams ein Vorurteil, das den afrikanischen Fußball stets begleitet: Die Torhüter Mamadou Samassa (Mali) und Kassaly Daouda (Niger) waren bei hohen Bällen unsicher und ermöglichten die einzigen Halbchancen des ersten Durchgangs. In der zweiten Halbzeit machte es Daouda zunächst besser und vereitelte eine Großchance von Malis Kapitän Seydou Keita (54.). Der ehemalige Akteur des FC Barcelona scheiterte zudem noch einmal an der Latte (78.).

Doch Daouda hatte sich noch einen Riesenfehler aufgehoben. Bei einer Flanke von Fousseni Diawara kam der Keeper weit aus seinem Kasten, ließ den Ball leicht bedrängt fallen und Keita nutzte seine dritte Torchance zum umjubelten Siegtreffer (84.) für das vom Bürgerkrieg gebeutelte Land.

Für Sambia beginnt die Mission Titelverteidigung

Sollte der Titelverteidiger nicht automatisch zum Favoritenkreis beim Afrika Cup gerechnet werden? Im Fall von Sambia ist das schwierig, zu überraschend kam im vergangenen Jahr der Finalerfolg gegen Topfavorit Elfenbeinküste, zu durchwachsen waren die Leistungen in der Vorbereitung. Trainer Hervé Renard will den sogenannten Experten – auch wir haben Sambia im Power Ranking nur auf Rang acht einlaufen lassen – zeigen, dass der letztjährige Erfolg kein Zufall war: „Es wird wieder sehr schwer sein, uns zu schlagen.“

Renard weiß aber auch, dass der Auftakt in die gegen den krassen Außenseiter Äthiopien schon vorentscheidenden Charakter haben könnte. Dabei haben sich die Verletzungssorgen des Trainers gelegt, nachdem Jacob Mulenga und Rainford Kalaba Grünes Licht für einen Einsatz gegeben haben.

Eine durchwachsene Vorbereitung haben auch die Super Eagles aus Nigeria hinter sich. In vier Testspielen wusste das Team von Trainer Stephen Keshi nur beim 5:0-Erfolg gegen den portugiesischen Zweitligisten Farense zu überzeugen. Dabei ist gerade die Offensive mit Vioctor Moses, Emmanuel Emenike oder Ahmed Musa der große Trumpf bei Nigerias Rückkehr zum Afrika Cup nach einem Jahr Denkpause. Nicht nur gegen Burkina Faso sind die Super Eagles Favorit.