CAF Afrika Cup

Super Eagles: Absturz in der Nachspielzeit

Nigeria hatte sich in ökonomischer Spielweise versucht. Nach dem frühen Führungstreffer brachten eine Gelb-Rote Karte und eine Unachtsamkeit die Super Eagles um den Sieg. Auch das Spiel zwischen Äthiopien und Sambia endete 1:1.

„Dieses Spiel braucht ein Tor, dieses Turnier braucht ein Tor, wir brauchen ein Tor“, schluchzte Reporter John Roder gestern zu Beginn des dritten Spiels. Er wurde erhört, es fielen vier Treffer zwischen Ghana und DR Kongo und spätestens nach dem „Ich reite ein kleines unsichtbares Pferd“-Jubel von Kongos Keeper Muteba Kidiaba wärmt uns der Afrika-Cup 2013 die Eisfüße. Am Tag drei gab es zwar vier Tore, allerdings keinen Sieg.

Überraschend starke Äthiopier

Im ersten Spiel des TageJohn Obi Mikel und Aristide Bance (Quelle: imago).s überraschte Außenseiter Äthiopien den Überraschungssieger des letzten Jahres, Sambia. Die Steinböcke aus Äthiopien störten den Spielaufbau der Chipolopolo (Gewehrkugeln) früh und präsentierten sich kombinationssicher und gewannen schnell die Kontrolle über das Mittelfeld. Vor allem die Offensivspieler Adane Girma und Saladin Said überzeugten bei Äthiopien.

Nachdem die Steinböcke in Person von Said die größte Chance der Anfangsphase, einen Heber in der 17. Minute, aber nicht verwerten konnten und der gleiche Spieler in der 23. Minute auch noch einen Elfmeter verschoss, schien sich das Spiel gegen Äthiopien zu wenden. In Harald Schumacher-Manier war Äthiopiens Keeper Jemal Tassew aus dem Tor gestürzt und hatte Gegenspieler Chisamba Lungu mit einem Kungfu-Tritt niedergestreckt. Es gab die Rote Karte und kurz vor der Pause konnte Collins Mbesuma nach schönem Zusammenspiel mit Isaac Chansa den Führungstreffer für die Chipolopolo erzielen.

Doch den Steinböcken war kein Berg zu hoch. In Unterzahl griffen sie im Mbombela Stadium in Nelspruit weiter an und erzielten den verdienten Ausgleich durch ihren besten Spieler, Adane Girma (65.). Sambia konnte immerhin den Rekord von acht ungeschlagenen Begegnungen in Folge auf neun Spiele erhöhen. Die längste Serie aller beteiligten Teams. Zu den Favoriten gehört der Sieger des letzten Jahres aber wohl nun endgültig nicht mehr.

Super Eagles spät bestraft

Im zweiten Spiel des Tages wurde Nigeria die extrem ökonomische Spielweise zum Verhängnis. John Obi Mikel zog bei den Super Eagles als eine Art Achter die Fäden im Mittelfeld. Vorne beschäftigten die Stürmer Ahmed Musa, Emmanuel Emenike und Brown Ideye die Abwehr von Burkina Faso ausreichend. Das mäßige Spielniveau hatte wohl mit der fehlenden Klasse der Hengste aus Westafrika zu tun, aber auch damit, dass sich Nigeria nicht herauslocken ließ und nur das Nötigste tat.

Emmanuel Emenike hatte Nigeria in der 23. Minute in Führung gebracht. Mikels Pass war von Brown Ideye gefühlvoll in den Sechzehner weitergeleitet worden, dort setzte sich Emenike gegen zwei Verteidiger durch. Die Gelb-Rote Karte für Efe Ambrose, nach einem Foul an Jonathan Pitroipa, ließ Burkina Faso wieder hoffen. Schließlich erzielte das Team von Trainer Paul Pot durch den eingewechselten Alain Traoré den Ausgleich in der Nachspielzeit. Nigeria hatte gezeigt, dass sie durchaus über Qualität in der Offensive verfügen, aber in der Abwehr sind die Super Eagles von Trainer Stephen Keshi verwundbar.

Vorschau: Elfenbeinküste – Togo, Tunesien – Algerien

Elefanten gegen Sperber – klingt nach einem gewaltigen Gewichtsvorteil für die Dickhäuter von der Elfenbeinküste, doch vielleicht wachsen den Spielern Togos ja tatsächlich Flügel? In der Gruppe D spielt zum ersten Mal der große Turnierfavorit ab 16 Uhr im Royal Bafokeng Stadium in Rustenburg vor. Zumindest ein Schwergewicht kann auch Außenseiter Togo gegen die Elefanten von der Elfenbeinküste ins Rennen führen: Tottenham Hotspur-Stürmer Emmanuel Adebayor.

Sieht man das Spiel nur als Duell der Sturmgiganten Didier Drogba gegen Emmanuel Adebayor, dann treffen sich Schwergewichte auf Augenhöhe. Doch die Qualität der gesamten Kader beider Teams führt uns wieder zum Vergleich Sperber gegen Elefanten. Ausgeglichener scheint da das zweite Spiel des Tages. Um 19 Uhr treffen Tunesien und Algerien aufeinander. Das Maghreb-Duell in der Todesgruppe D. Die algerische Spielerlegende Lakhdar Belloumi weiß um die Bedeutung dieses Spiels für das Weiterkommen in einer Gruppe mit der Elfenbeinküste.

„Ich glaube, alles hängt vom ersten Spiel gegen Tunesien ab. Man kann sich nicht leisten, dieses Spiel zu verlieren“, so Belloumi laut L’Expression. Die Wüstenfüchse werden also versuchen, die Adler von Karthago auf den Boden der Tatsachen zu holen. Beim letzten Aufeinandertreffen siegte Algerien mit 1:0 in einem Freundschaftsspiel 2011. Insgesamt gewannen die Wüstenfüchse 20:14 Spiele gegen die Adler, bei 13 Unentschieden. Allerdings trafen beide Teams noch nie beim Afrika Cup aufeinander. Leitfuchs des Wüstenrudels ist Sofiane Feghouli vom FC Valencia, der sich durchaus zum Spieler des Turniers eignet.