CAF Afrika Cup

Elfenbeinküste: So wird das wieder nichts

Die Elfenbeinküste gilt als Topfavorit und der 2:1-Sieg gegen Togo ist ein guter Auftakt. Doch der Erfolg war glücklich und die Leistung enttäuschend. Nicht besser machten es Algerien und Tunesien.

Die Elfenbeinküste jubeltIm zweiten Spiel des Tages siegte Tunesien im Duell der nordafrikanischen Nachbarn zwar, Algerien war aber die bessere Mannschaft. Das Tor des Tages für die Adler von Karthago erzielte Youssef Msakni (90.).

Lamouchi schlägt Six im Duell der Einsteiger

Über die verschiedenen Trainer-Typen und Generationen hatten wir schon nach dem 2:2 von Ghana gegen DR Kongo geschrieben. Beim enttäuschenden 2:1-Sieg der Elfenbeinküste gegen Togo bekam die Geschichte ein weiteres Kapitel. Denn Sabri Lamouchi und Didier Six haben viel gemeinsam, nun kommt noch die drohende Arbeitslosigkeit nach dem Afrika Cup dazu.

Lamouchi und Six sind Franzosen, sie tragen gerne weiße Hemden, beide waren Nationalspieler und steigen gerade frisch ins Trainergeschäft ein, auch wenn das Ende der Spielerkarriere von Six bereits über 20 Jahre zurückliegt. Beide eint auch die harsche Kritik nach ihrer jeweiligen Verpflichtung. Six wurde als Marionette bezeichnet und Lamouchi die Qualität abgesprochen, mit so vielen Topstars arbeiten zu können.

Six schnupperte gegen die Elefanten lange am Remis, doch für den für seine chaotische Führung bekannten togoischen Verband zählen bekanntlich nur Ergebnisse, sprich Siege. Lamouchi wiederum feierte zwar den erhofften Auftakterfolg, allerdings konnte er seiner Startruppe die seit Jahren bekannte phlegmatische Spielweise nicht austreiben. Für den ersten Titelgewinn seit 1992 muss eine gewaltige Steigerung her.

Wer mit Spielern wie Didier Drogba, Yaya Touré, Gervinho oder Didier Ya Konan antritt, sollte eine durchschnittliche togoische Auswahl locker besiegen können. Das frühe Tor durch Yaya Touré (8.) bestätigte diese Annahme, doch danach zogen sich die Elefanten komplett zurück und taten fast nichts mehr für die Offensive. Die Sperber bestraften diese Arroganz mit dem Ausgleich kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Jonathan Ayite (45.) – die ivorische Abwehr um Kolo Touré zeigte sich dabei nicht zum ersten Mal wenig sattelfest.

Nach der Pause versuchten die Ivorer, das Tempo wieder anzuziehen, doch die nötige Kreativität ging der Elfenbeinküste völlig ab. Drogba, Ya Konan und Max Gradel erwischten einen schwachen Tag, das Spiel lief fast nur durch die Mitte. Dass es dann doch noch zum Sieg reichte, lag erwartungsgemäß an Gervinho, der neben Yaya Touré ohnehin bester Spieler auf dem Platz war. Nach einer langen Freistoßflanke war der Gunner zur Stelle und schob den Ball ein (88.). Togo hatte in der Nachspielzeit noch die riesige Chance zum Ausgleich – unverdient wäre das 2:2 nicht gewesen.

Feghouli vermisst Valencia

Beim 1:0-Sieg Tunesiens gegen Algerien zeigten die Wüstenfüchse gegen die tunesischen Nachbarn die bessere Spielanlage, am Ende ging der Mitfavorit sogar komplett leer aus. Das mäßige Niveau der Partie lag auch an der rustikalen Spielweise der beiden Teams, der Ellenbogen gehörte in jedem Luftduell zum Standard. Und auch am Boden gab es viele gelbwürdige Foulspiele, die Schiedsrichter Bakary Papa Gassama aber zu selten bestrafte.

Bei Algerien blitzte die Klasse von Sofiane Feghouli in einigen Szenen auf, in seinem Gesicht war aber auch die Sehnsucht nach Mitspielern wie Roberto Soldado beim FC Valencia erkennbar. Als das torlose Remis eigentlich schon beschlossen war, schlugen die spielerisch unterlegenen Adler von Karthago mit einem Traumtor aus der zweiten Reihe doch noch zu. Msakni zog aus 22 Metern ab und der Ball schlug im Winkel ein. Ein glücklicher Sieg, der aber schon eine Vorentscheidung im Kampf um das Weiterkommen bedeuten könnte.

Bafana Bafana und Igesund unter Druck

In der Gruppe A steht am Mittwoch bereits der zweite Spieltag auf dem Programm und nach den beiden Nullnummern zum Auftakt haben alle vier Teams noch die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Wirklich überzeugen konnte aber keine Mannschaft, den besten Eindruck hinterließen noch die Schwarzen Antilopen aus Angola.

Gastgeber Südafrika beschäftigt allerdings nicht mit dem Gegner, sondern leckt vor dem Duell mit Angola die eigenen Wunden. Trainer Gordon Igesund übte harsche Kritik an seiner Mannschaft. „In der Vorbereitung hatten wir sehr viele Torchancen und haben sie nicht genutzt“, erzählte ein frustrierter Igesund. „Gegen Kap Verde hatten wir überhaupt nichts.“

Doch auch Igesund muss wegen seiner defensiven Aufstellung mit Kritik leben. Südafrikas Stürmerlegende Benny McCarthy fordert mehr Offensiv-Power und die Startelf-Einsätze von Thulani Serero, Bernard Parker und Katlego Mphela. Doch Igesund ließ schon durchblicken, Serero aufgrund fehlender Fitness nur als Joker bringen zu wollen.

Im zweiten Spiel des Tages will sich Marokko für die indiskutable Leistung gegen Angola revanchieren und mit einem Dreier gegen Kap Verde die Kritiker verstummen lassen. Neu in die Startelf rücken wird Younés Belhanda, der in der ersten Partie noch von der Bank kam. Er soll die Atlas-Löwen offensiv zu mehr Durchschlagskraft verhelfen.