CAF Afrika Cup

Hai-Alarm in Südafrika

Die Blue Sharks sorgen beim Afrika-Cup weiterhin für Wirbel. Beim 1:1 der Kap Verde gegen Marokko hatte der Favorit aus Nordafrika Glück, dass den Sharks zum Ende die Puste ausging. Die Bafana Bafana ist unterdessen im Turnier angekommen.

Im Gastgeberland des Afrika-Cups kommt es immer wieder zu gefährlichen Hai-Angriffen. Oft sind es Surfer, die von den sympathischen Kiefermäulern irrtümlich für RobbenFans von Kap Verde. (Quelle: imago) gehalten werden. Die Wassersportler retten sich dann nicht selten unter Verlust eines Körperteils auf ihr angeknabbertes Surfboard. Ebenso dürfte sich Marokko nach dem 1:1 gegen die Blue Sharks von den Kapverdischen Inseln gefühlt haben. Die Blauen Haie haben sich über Nacht vom krassen Außenseiter zu einem gefährlichen Gegner gemausert. Über Nacht?

Nein, schon im Power Ranking hatten wir darauf hingewiesen, dass Kap Verde immerhin Kamerun in der Qualifikation ausgeschaltet hatte. Durch das Remis gegen Marokko haben die Blue Sharks bei einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Angola plötzlich alle Chancen, das Viertelfinale zu erreichen, während Marokko gegen Gastgeber Südafrika gewinnen muss. Die Haie sind zum Favoritenschreck geworden. Dabei bewies das Team aus dem 500.000-Einwohnerstaat, dass sie nicht hinter dem Mond leben.

Der Mourinho des Mittelatlantiks

Fußball-Taktik dreht sich häufig darum, im Mittelfeld Überzahlsituationen zu schaffen. Sowohl im Defensivspiel gegen den Ball, als auch in der Offensive, wenn es um Anspielstationen geht. Genau das machte Kap Verde ausgezeichnet. Gegen den Ball formierten die Blue Sharks meist ein 4-3-3, wobei sich die Angriffsreihe bestehend aus Julio Tavares, Ryan Mendes und Platini bis zur Mittellinie zurückzog und den Spielaufbau der Marokkaner störte.

Im Spiel nach vorne arbeiteten alle Mittelfeldspieler variabel mit und so agierte Kap Verde offensiv sehr flexibel. Trainer Lucio Antunes hatte vor dem Turnier einige Tage bei Jose Mourinho (Real Madrid) hospitiert. Die taktische Nachhilfestunde hat sich gelohnt. Erst als den Blauen Haien die Puste ausging, konnte sich Marokko Chancen erspielen.

Südafrika – Angola: Der Knoten ist geplatzt!

Beim Afrika Cup fällt auf, dass viele Teams wenig Ideen für einen geordneten Spielaufbau haben. Den Mannschaften merkt man an, dass sie wenig eingespielt sind. Es gibt kaum einstudierte Spielzüge, abgestimmte Laufwege. Ein gutes Beispiel dafür war auch Angola, die keinen wirklichen Plan für ein geordnetes Offensivspiel hatten. Lange Bälle auf Manucho, Standards – nur ein ansehnlicher Angriff über 90 Minuten, als Mateus sich auf dem rechten Flügel durchsetzen konnte, sein Pass aber von Afonso zu schwach abgeschlossen wurde.

Anders Südafrika: Vor dem zweiten Spiel forderte der Trainer mehr Mut und die Öffentlichkeit mehr Offensivspiel. Die Mannschaft enttäuschte nicht. Gerade das zweite Tor von Lehlohonolo Majoro, der im Strafraum Bastos austanzte und den Ball Torwart Lama durch die Beine schob, demonstrierte großes Selbstbewusstsein. Dem Führungstreffer war ein kapitaler Bock von Lunguinha vorausgegangen, der eine Kopfballkerze produzierte, von der Siyabonga Sangweni profitierte. Mit drei Punkten aus zwei Spielen könnte dem Gastgeber ein Remis im letzten Gruppenspiel reichen. Die Bafana Bafana ist im Turnier angekommen.

Vorschau: Ghana – Mali, Niger – DR Kongo

Mali steht um 16 Uhr im Nelson Mandela Bay-Stadion vor dem möglichen Einzug ins Viertelfinale. Der 1:0-Sieg gegen Niger „wird uns Selbstvertrauen schenken“, kündigte Malis Trainer Patrice Carteron auf mtnfootball.com an. Der Druck liegt auf jeden Fall bei den Black Stars aus Ghana. Der Mitfavorit auf den Sieg beim Afrika Cup musste nach 2:0-Führung gegen die Demokratische Republik (DR) Kongo noch ein Remis hinnehmen. Kwasi Appiah macht die hohe Erwartungshaltung der Fans nichts aus. „Mit der Entscheidung für diesen Job unterschreibst du auch, dass Druck auf deinen Schultern liegt, das ist ganz normal“, sagte der Coach der Black Stars laut GNA.

Trotz der suboptimalen Ausgangslage will Appiah nicht von seiner Strategie abrücken, auf junge Talente zu setzen. Einer der schwarzen Sterne, der im Auftaktspiel noch nicht strahlen konnte, ist Christian Atsu. „Auch wenn du der beste Spieler der Welt bist“, erklärte Coach Appiah, „wenn du noch keine Erfahrung mit so einem Turnier hast, kann es sein, dass du Zeit brauchst.“ Appiah gibt dem talentierten Atsu die Zeit und so könnten wir gegen Mali den „wahren Atsu“ sehen, verspricht sein Trainer laut allafrica.com.

Rohr fühlt sich betrogen

Im zweiten Spiel treffen um 19 Uhr Niger und DR Kongo aufeinander. Die Kongolesen überraschten durch das Remis gegen Ghana. Dass diese Leistung keine Eintagsfliege ist, erklärte der frühere Bundesligaspieler Michél Mazingu-Dinzey, der für DR Kongo an drei Afrika-Cups teilnahm. „Dieser Kader hat nicht nur Qualität, sondern auch Moral. Wenn man einen 0:2-Rückstand gegen eine der besten Mannschaften Afrikas aufholen kann, dann zeugt das vom Charakter dieser Mannschaft. Wenn wir dieses Niveau halten können, dann wird es schwer, uns zu schlagen“, so Mazingu-Dinzey laut de.eurosport.yahoo.com.

Nigers deutscher Trainer Gernot Rohr schob die Niederlage gegen Mali auf den Schiedsrichter. „Es ist schade, das Tor ist aus einem Fehler des Schiedsrichters entstanden, der ein Foul an unserem Keeper übersehen hat“, so Rohr laut bbc.co.uk. Das kann man auch anders sehen, auf jeden Fall bleibt auch Niger die Chance weiterzukommen. „Wir haben immer noch alle Möglichkeiten, da das zweite Spiel unentschieden ausging. Also bleibt ein wenig Hoffnung“, so Rohr.