CAF Afrika Cup

Ghana im Turnier angekommen

Die Black Stars hatten Glück mit dem Schiedsrichter, verdienten sich den 1:0-Sieg gegen Mali aber durch eine ansehnliche Offensivleistung. Wie ein Favorit trat Ghana aber trotzdem nicht auf.

Ghanas Emmanuel Agyemang-BaduNach dem torlosen Remis in der zweiten Partie zwischen DR Kongo und Niger haben weiterhin alle Teams die Chance auf das Viertelfinale. Ghana führt die Tabelle mit 4 Punkten an, dahinter folgen Mali (3), DR Kongo (2) und Niger (1).

Mali: Ohne Torschuss keine Tore

Hätte, wenn und aber sind im Fußball gern gesehene Begleiter. Auch in Mali wird es nach der 0:1-Niederlage der Adler gegen Ghana dieses Lamentieren geben, denn hätte Schiedsrichter Noumendiez Doué dem ghanaischen Torhüter Fatawu Dauda nach sechs Minuten die berechtige Rote Karte gezeigt, wie wäre das Spiel dann wohl ausgegangen?

Das wissen weder wir noch die Malier, aber wer hat dem Team von Kapitän Seydou Keita denn in den folgenden 84 Minuten verboten, auf Daudas Tor zu schießen? Trainer Patrice Carteron sicher nicht, trotzdem sahen die knapp 22.000 Zuschauer im Nelson Mandela Bay in Port Elizabeth einen völlig uninspirierten Auftritt der im Auftaktspiel gegen Niger noch siegreichen Malier. Zeitweise erinnerte das Spiel der Westafrikaner an schlimmste Kick-and-Rush-Zeiten, nur dass Stürmer Cheick Diakité dabei ständig im Abseits stand.

Somit hatte Ghana einerseits Glück, weil Dauda nach dem Handspiel außerhalb des Strafraums die Partie zu Ende spielen durfte. Aber der Sieg war andererseits verdient, wenn auch ziemlich glanzlos. Trainer James Appiah hatte sein Team nach dem 2:2 gegen DR Kongo auf drei Positionen verändert, für Christian Atsu, Derek Boateng und Jerry Akiminko kamen Mohammed Rabiu, Isaac Vorsah und Harrison Afful in die Startelf.

Vor allem die Hereinnahme von Vorsah und Afful machte sich bezahlt, die neu formierte Viererkette machte einen stabilen Eindruck. Im Spiel nach vorne fehlten den Black Stars aber ebenfalls die kreativen Momente, so musste ein umstrittener Foulelfmeter für das Tor des Tages herhalten, letztlich lag Schiri Doué bei der Attacke von Adama Tamboura an Emmanuel Agyemang-Badu aber richtig. Mubarak Wakaso verwandelte den Elfmeter sicher (37.).

In der zweiten Halbzeit gaben die Ghanaer einem für diesen Afrika Cup typischen Impuls nach und verwalteten das Ergebnis nur noch. Mit den spärlichen Angriffen waren die Black Stars aber immer noch gefährlicher als Mali. In der Tabelle liegt Ghana damit wieder klar auf Viertelfinal-Kurs, im abschließenden Spiel gegen Niger reicht ein Zähler.

Keeper Daouda rettet Niger einen Punkt

Im späten Spiel wurde den Zuschauern wesentlich mehr Spektakel geboten, die zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten blieben aber ungenutzt und so feierte Trainer Gernot Rohr mit dem nigrischen Team den ersten Punktgewinn überhaupt beim Afrika Cup.

Mit aufopferungsvollem Kampf in der Defensive, aber auch einigen guten Ansätzen im Angriff verdiente sich der Außenseiter den Zähler redlich. Der Star des Spiels war Nigers Torhüter Kassaly Daouda mit zwei starken Paraden gegen Kongos Starstürmer Dieumerci Mbokani (13./43.). Die Kongolesen waren spielerisch zwar etwas reifer, Trainer Claude Le Roy braucht am letzten Spieltag gegen Mali aber einen Sieg, um bei seiner siebten Afrika Cup-Teilnahme zum siebten Mal das Viertelfinale zu erreichen.

Nigeria oder Sambia – wen erwischt es in der Gruppe C?

Die Favoritenbürde schien vor dem Afrika Cup in der klar verteilt zu sein. Titelverteidiger Sambia und Geheimfavorit Nigeria wurden deutlich stärker eingeschätzt als Burkina Faso und Äthiopien. Doch Sambia stand beim 1:1 gegen Äthiopien am Rande einer Niederlage und Nigeria kassierte in der Schlussphase ein äußerst dummes Tor und spielte ebenfalls Remis.

Nun treffen die beiden Favoriten im direkten Duell aufeinander und der Verlierer muss sich mit dem schmachvollen Ausscheiden nach der Vorrunde befassen. Sambias Trainer Hervé Renard hatte vor dem Turnier noch davon gesprochen, sein Team sei „besser drauf als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres“. Doch gegen die Steinböcke passte vor allem defensiv – das war 2012 noch die große Stärke Sambias gewesen – wenig zusammen.

Etwas mehr unter Druck steht aber tatsächlich Nigerias Trainer Stephen Keshi, der scheinbar gegenüber dem Verband sogar das Versprechen abgeben musste, im zweiten Spiel siegreich zu sein. Die sogenannten Experten in Nigeria – wie Ex-Spieler Sunday Oliseh – machen Keshi jedenfalls für das Remis gegen Burkina Faso verantwortlich, weil er nach dem Platzverweis gegen Efe Ambrose weiter offensiv hatte agieren lassen.

Im späten Spiel dürfte Äthiopien nach den Eindrücken der ersten Spiele gegen Burkina Faso favorisiert sein – obwohl das Team von Trainer Sewnet Bishaw in der Weltrangliste von den 16 Teilnehmern am schlechtesten platziert ist (Rang 110).