CAF Afrika Cup

In Schönheit gestorben

Äthiopien war eine Unbekannte vor Turnierbeginn. Ihr Kurzpassspiel überraschte, doch nun gingen sie 0:4 unter. Weitere Erkenntnisse des Tages: Torhüter sind die besten Elfmeterschützen und die Eagles nicht mehr Super.

Äthiopien verlor gegen Burkina Faso. (Quelle: imago)Den afrikanischen „Tiki-Taka“-Fußball a la Barcelona spielt wohl am ehesten Äthiopien, dachte man nach fünf Minuten des Spiel der Steinböcke gegen Burkina Faso. Shimelis Bekele hätte nach einem wunderbaren Spielzug die Führung für Äthiopien erzielen müssen, doch er traf nur den Pfosten. Der Außenseiter aus Ostafrika hatte schon im Auftaktspiel gegen Sambia positiv überrascht, jedoch nicht triumphiert. Dieses Schicksal ereilte die Steinböcke nun in besonderer Härte. Die Qualitäten der Äthiopier wurden deutlich, aber die Probleme überwogen.

Zählen wir mal auf, warum das Team mit dem erfrischenden Kurzpassspiel die Gruppenphase wohl nicht überstehen wird. Dem Kader fehlt die Qualität in der Breite. Der frühe verletzungsbedingte Ausfall des besten Spielers, Adane Girma, war nicht zu verkraften. Die Abwehr ist ein Problemfall, der zweite Torhüter nicht weniger. Am Ende fehlte es an Disziplin und Moral. Man gab sich auf und ließ sich von Burkina Faso auskontern.

Allen voran von Alain Traoré vom FC Lorient, der nach seinem dritten erzielten Turniertreffer nun ein heißer Anwärter auf die Torjägerkanone ist. Die Hengste jedenfalls scheinen die Überraschung der Gruppe C zu werden, denn die Eagles, sind nicht mehr wirklich Super, zeigte das frühe Spiel des Tages.

Nigeria gibt Sieg erneut aus der Hand

Nigerias derzeit wohl komplettester Fußballer, John Obi Mikel, musste sich nach dem 1:1 seines Teams gegen Sambia vermutlich einiges anhören. Ein Torhüter schießt bessere Elfmeter als du, wird nur ein Spruch der Kollegen gewesen sein. Kennedy Mweene heißt dieser Keeper und der Ballfänger von Sambia ist ein wahrer Elfmeter-Experte. Schon gegen Äthiopien hielt er einen Strafstoß, gegen Nigeria war er in der richtigen Ecke (Mikel schob neben das Tor), anschließend verwandelte er selbst, und das in beeindruckender Manier.

Durch den schmeichelhaften Elfmeter für Sambia verloren die Super Eagles erneut ein bereits gewonnen geglaubtes Spiel. Dabei hatte John Obi Mikel nach seinem Fehlschuss in Halbzeit eins seinen Fehler durch die Vorlage zum Führungstreffer durch Emmanuel Emenike (57.) wieder gut gemacht. Am Ende reichte es für den Favoriten Nigeria erneut nicht zu einem Sieg. Die Erkenntnisse der Gruppe C: Die Eagles sind nicht mehr Super, Torhüter die besten Elfmeterschützen und schöner Fußball ist nicht immer erfolgreich.

Vorschau: Elfenbeinküste –Tunesien: Die Glückspilze

Die Elfenbeinküste siegte durch einen Treffer in der 88. Minute. Tunesien traf gar in der 90. Minute zum 1:0 gegen Algerien. Beide Teams stehen in der „Todesgruppe“ durch die späten Siegtreffer mit drei Punkten nach dem ersten Spieltag glänzend da. Dennoch ist die Lage unterschiedlich. Turnierfavorit Elfenbeinküste enttäuschte die Erwartungen, war jedoch das bessere Team beim 2:1 gegen Togo. Tunesien überraschte die Beobachter, einen Sieg hatten sie allerdings nicht verdient.

Die Elefanten aus Westafrika sind sich der schwachen Auftaktvorstellung durchaus bewusst. Coach Sabri Lamouchi sprach von der “schlechtesten Leistung” seit er die Mannschaft übernommen hat. Das Team selbst verspricht eine deutliche Leistungssteigerung: „Das nächste Spiel gegen Tunesien wird ein besserer Maßstab für unsere Leistungen sein.“ Tunesien ist sicherlich der klare Außenseiter, zumal auch Stürmer Issam Jemaa aufgrund einer Knieverletzung die Heimreise antreten musste.

Algerien – Togo: Letzte Ausfahrt Viertelfinale

Algerien wurde von vielen stärker eingeschätzt als Tunesien und brachte im direkten Aufeinandertreffen auch die bessere Leistung. Am Ende zählen aber die Punkte, und die hat Tunesien eingestrichen. Im Duell der Verlierer müssen die Wüstenfüchse um Superstar Sofiane Feghouli (Valencia) nun unbedingt gewinnen. Auch Togo steht unter Erfolgszwang, doch Stürmer Jonathan Ayite sieht das Positive: “Es wird ein unterhaltsames Spiel, weil beide Teams zum Siegen verdammt sind.“ Die Zeit der Unentschieden könnte damit vorbei sein.