CAF Afrika Cup

Drogba nur noch Joker – Elefanten siegen 3:0

Die Elfenbeinküste hat die richtigen Lehren aus dem enttäuschenden ersten Spiel gezogen. Mit veränderter Startelf und einer konzentrierten Leistung siegten die Elefanten 3:0 gegen Tunesien und stehen als erstes Team im Viertelfinale.

Didier DrgobaIm zweiten Spiel des Tages siegte Togo sowohl überraschend als auch unverdient gegen stets überlegene Algerier mit 2:0. Damit wird es am Schlusstag der Vorrunde ein unbedeutendes Spiel zwischen Algerien und der Elfenbeinküste geben, Togo und Tunesien machen den letzten Viertelfinal-Teilnehmer unter sich aus.

Lamouchi für sein Risiko belohnt

Für den ivorischen Trainer Sabri Lamouchi war es ein aufreibendes Spiel – Lamouchi ist zwar Franzose, aber tunesischer Abstammung. Und der ohnehin um Anerkennung kämpfende Neuling wählte eine risikoreiche Startelf, er verzichtete auf Superstar Didier Drogba und auch auf den seit Jahren in der Abwehr gesetzten Kolo Touré – insgesamt stellte Lamouchi sein Team auf vier Positionen um.

Der Schachzug ging auf, denn die Ivorer waren über die gesamte Spielzeit das bessere und aktivere Team, auch wenn es im zweiten Durchgang zeitweilig wieder nur nach Verwaltung des knappen Vorsprungs aussah. Verlassen konnte sich Lamouchi wieder auf Gervinho, der Flügelstürmer vom FC Arsenal war wie schon beim 2:1-Sieg gegen Togo bester Mann auf dem Platz.

Gervinho war es dann auch, der die Ivorer in Führung brachte. Die neuen Stürmer Lacina Traoré und Salomon Kalou waren zuvor noch in aussichtsreicher Position gescheitert, Gervinho machte es nach einem schönen Doppelpass mit Traoré besser und schlenzte den Ball ins lange Eck (21.). Die Tunesier wirkten defensiv häufig unsortiert und nach vorne ging für die Adler von Karthago überhaupt nichts. Zur Pause war der knappe 0:1-Rückstand sehr glücklich für Tunesien.

Auch im zweiten Durchgang waren die Ivorer das deutlich bessere Team, große Torchancen gab es aber kaum noch zu bestaunen. Und fast wäre es für die Elefanten ins Auge gegangen: In der 85. Minuten hatte Tunesiens Saber Khelifa mit einem Direktschuss die große Chance zum unverdienten Ausgleich. Torhüter Boubacar Barry konnte den Ball aber festhalten.

Das war für die Elfenbeinküste wie ein Weckruf, denn in der Schlussphase drehte der Topfavorit noch mal richtig auf. Der mittlerweile eingewechselte Drogba (68.) hatte mit den beiden Treffern von Yaya Touré (87.) und Didier Ya Konan (90.) aber nichts zu tun und so könnte es sein, dass der amtierende Champions League-Sieger auch im letzten Gruppenspiel gegen Algerien auf der Bank Platz nehmen muss.

Algerien trifft das Tor nicht

Das Spiel wird dann aber keinen Einfluss mehr auf den Ausgang der Gruppe D haben, da die Algerier nach zwei Niederlagen bereits ausgeschieden sind. Man fragt sich nur, warum eigentlich. Denn die Wüstenfüchse waren wie schon bei der 0:1-Niederlage gegen Tunesien das bessere Team. Die Antwort ist dann auch schnell gefunden: Die Chancenverwertung der Algerier war miserabel.

Angeführt vom starken Sofiane Feghouli hatte Algerien eine Vielzahl an erstklassigen Torchancen, doch im Abschluss versagten Feghouli, Islam Slimani, Adlène Guédioura und Co. regelmäßig die Nerven. Eine Hauptrolle hatte auch Schiedsrichter Hamada Nampiandraza, der einige Fehlentscheidungen zu verantworten hatte und Algerien nach einem Foul an Slimani einen klaren Elfmeter verweigerte.

Einmal trafen die Wüstenfüchse das Tor dann aber doch, allerdings anders als erhofft. Guédioura schmiss sich nach einer verpassten Chance mit voller Wucht ins Netz und dabei ging der rechte Torpfosten zu Bruch (86.). Das Spiel wurde minutenlang unterbrochen, doch auch die lange Wartezeit brachte auf algerischer Seite keine zündende Idee mehr. Stattdessen erzielte Dové Womé in der Nachspielzeit den zweiten Treffer für die völlig defensiv agierenden Togoer, das erste Tor hatte Superstar Emmanuel Adebayor ebenfalls nach einem Konter gemacht (31.).

Togo hat am letzten Spieltag ein Endspiel gegen Tunesien um den Einzug ins Viertelfinale. Beide Teams haben drei Zähler auf dem Konto, den Togoern reicht aufgrund der besseren Tordifferenz allerdings ein Remis.

Südafrika plagen Verletzungssorgen

Vor dem letzten Spieltag in der Gruppe A sollte der Rechenschieber bereit liegen, denn alle vier Teams können sich noch für das Viertelfinale qualifizieren. Die beste Ausgangslage hat Gastgeber Südafrika. Mit vier Punkten führt die Bafana Bafana die Tabelle an, gegen Marokko reicht in Durban deshalb ein Unentschieden.

Trainer Gordon Igesund plagen aber einige Verletzungssorgen. Lehlohonolo Majoro wird auf jeden Fall ausfallen, hinter dem Einsatz von Tokelo Rantie steht ein großes Fragezeichen und die angeschlagenen Kagisho Dikgacoi und Lerato Chabangu konnten bisher nur leicht trainieren. Igesund gehen somit die Optionen für die Offensive aus.

Die Marokkaner enttäuschten bisher auf ganzer Linie, nach dem 0:0 gegen Angola und dem 1:1 gegen Kap Verde wird die Kritik an Trainer Rachid Taoussi immer lauter. Immerhin ließ Taoussi mit Marouane Chamakh und Adel Taraabt zwei Starspieler zu Hause, die bisherigen Leistungen in der Offensive lassen diese Entscheidung umso zweifelhafter entscheiden. Die Atlas-Löwen brauchen einen Sieg, um sicher in Viertelfinale zu kommen.

Beim Parallelspiel in Port Elizabeth werden die Verantwortlichen von Angola und dem Fußball-Zwerg Kap Verde wohl immer mit einem Ohr im anderen Stadion sein. Denn sollte Marokko verlieren, reicht dem großen Außenseiter ein Unentschieden, um gleich bei der ersten Teilnahme ins Viertelfinale einzuziehen. Angola wiederum muss in jedem Fall gewinnen, braucht dann aber Schützenhilfe.