CAF Afrika Cup

Blue Sharks schaffen das Wunder

Der krasse Außenseiter zieht ins Viertelfinale ein. Kap Verde konnte in einem Herzschlagfinale der Gruppe A die Teams von Marokko und Angola hinter sich lassen. Ganz Südafrika feiert, denn die Bafana Bafana ist Gruppensieger.

Fans von Kap Verde. (Quelle: imago)Wer den letzten Spieltag der Gruppe A (wie Abwechslung) miterlebte, der brauchte einen Rechenschieber und gute Nerven. Alles begann mit einem lahmen Spiel von Südafrika und Marokko. Doch die Partie nahm in der zweiten Halbzeit richtig an Fahrt auf. Marokko war in der ersten Hälfte in Führung gegangen und damit weiter. Angola führte im Parallelspiel.

In Halbzeit zwei änderte sich die Tabellensituation dann fast im Minutentakt und jedes der vier Teams konnte zwischenzeitlich fürs Viertelfinale planen. Als Südafrika gegen Marokko den abermaligen Ausgleich erzielt hatte, waren die Nordafrikaner aufgrund des mehr erzielten Tores gegenüber den Kap Verden noch im Vorteil, die ebenfalls ausgeglichen hatten.

Dann aber nahm das Fußballwunder seinen Lauf. Die Kap Verden erzielten in der 90. Minute den Führungstreffer und Trainer Lucio Antunes war nicht mehr zu halten. Bei der ersten Teilnahme am Afrika Cup gelang es dem kleinsten teilnehmenden Land tatsächlich, das Viertelfinale zu erreichen. Zehn Inseln mit weniger als 600.000 Einwohnern bejubelten ihre Blue Sharks, die Marokko und Angola in der Gruppe A hinter sich lassen konnten.

Ob Trainer Antunes, der sich vor dem Turnier noch Rat bei Jose Mourinho geholt hatte, immer noch mit der Landesflagge die Ehrenrunde läuft, kann nicht ausgeschlossen werden. Die Fans von Marokko diskutierten jedenfalls im Internet sofort das abermalige frühe Aus ihrer Mannschaft. Wäre es mit Taarabt and Chamakh besser gelaufen? Solche Überlegungen bleiben Spekulation. Sicher ist, dass Marokko in der Partie gegen Südafrika zwei große Kontermöglichkeiten vergab. Das Ausscheiden verspielten sie aber schon zuvor, gegen Kap Verde, als der Inselstaat 75 Minuten lang das bessre Team war.

Vorschau: Ghana will Favoritenstatus untermauern

In der Gruppe B kann noch jede Mannschaft das Viertelfinale erreichen. Sollte Außenseiter Niger das Kunststück gelingen, Ghana zu schlagen und die Partie DR Kongo gegen Mali endet remis, dann sind Niger und Ghana weiter. Mali reicht ein Unentschieden, wenn Ghana punktet. Am Ende haben die Black Stars mit vier Punkten aber die beste Ausgangssituation.

Ghanas Coach Kwesi Appiah weiß dennoch um die Stärken der Mannschaft vom deutschen Trainer Gernot Rohr, die erst ein Gegentor kassierte. „Wenn man sich das Team von Niger anschaut, dann sieht man ein taktisch sehr diszipliniertes Team und deshalb wird es eine schwierige Aufgabe für uns.“ Wichtiger Baustein für den Erfolg ist Asamoah Gyan, trotz des bisher ausbleibenden Torerfolges. Gyan konnte immerhin zwei der drei Turnier-Treffer Ghanas vorbereiten.