CAF Afrika Cup

Ghana geht Südafrika aus dem Weg

Der Afrika Cup nimmt Fahrt auf: Nach den Turbulenzen in der Gruppe A zeigte Ghana beim 3:0-Sieg gegen Niger die beste Turnierleistung und trifft im Viertelfinale auf das Überraschungsteam Kap Verde.

Asamoah GyanDie Black Stars ließen dem Team von Trainer Gernot Rohr keine Chance, in dieser Form wird Ghana um den Titel mitspielen. Im zweiten Spiel der Gruppe B bekleckerte sich Mali erneut nicht mit Ruhm, das 1:1 gegen DR Kongo reichte aber für Platz zwei. Im Viertelfinale wartet nun Gastgeber Südafrika.

Ghana ausgeschlafen: Gute Nacht, John Boye

Ghana stellte gegen den erneut aufopferungsvoll kämpfenden Außenseiter Niger die Zeichen früh auf Viertelfinale, auf Rechenspiele wollte sich das Team von Trainer James Kwesi Appiah gar nicht einlassen. Und diesmal war auch Verlass auf Torjäger Asamoah Gyan, der in der Anfangsphase seinen ersten Turniertreffer erzielte (6.) und das 2:0 von Christian Atsu mit einer schönen Flanke vorbereitete (23.).

Bis zur Pause kontrollierte Ghana das Geschehen nach Belieben, einmal wurde es aber doch gefährlich. Nach Vorarbeit von Moussa Maazou hatte Issa Sidibé den Anschlusstreffer auf dem Fuß (35.). Mehr hatte das nigrische Team nicht zu bieten, Emmanuel Agyemang-Badu hätte das dritte Tor erzielen können (42.).

Die endgültige Entscheidung ließ im zweiten Durchgang aber nicht lange auf sich warten und frei nach den Waltons hieß es für den Niger: Gute Nacht, John Boye. Asamoah Gyan scheiterte mit einem Kopfball an Nigers Torhüter Kassaly Daouda, Abwehrspieler John Boye staubte ab (49.). Niger war auch in der Folge stets bemüht, den Anschlusstreffer zu erzielen, aber gerade in der Schlussphase plätscherte das Spiel nur noch dahin – Ghana sparte Kräfte für das Viertelfinale gegen die Kapverdischen Inseln.

Le Roy scheidet erstmals in der Gruppenphase aus

Auch im zweiten Spiel verzeichnete eine Mannschaft einen Traumstart, die Demokratische Republik Kongo war in Durban dabei sogar noch schneller las Ghana. Lomana LuaLua traf nach wenigen Sekunden den Pfosten, in der zweiten Welle des ersten Angriffs wurde dann Yves Diba von Mohamed Sissoko im Sechzehner gefoult. Die Ausführung ließ zwar zwei Minuten auf sich warten, aber Dieumerci Mbokani verwandelte sicher zur frühen Führung (3.).

Ganze elf Minuten standen die Kongolesen im Viertelfinale, für Trainer Claude Le Roy wäre es bei seinem siebten Afrika Cup der siebte Einzug in die nächste Runde gewesen. Doch wie schon in den Spielen gegen Niger und Ghana präsentierte sich die Abwehr der Leoparden nicht immer sattelfest. Beim ersten guten Angriff der Malier profitierte Mamadou Samassa von der fehlenden Zuordnung und erzielte den Ausgleich (14.).

Mali fand mit Samassas Treffer in die Partie, denn in der Folge war das Spiel ausgeglichen und die Leoparden schafften es nicht mehr, den Angriffswirbel der Anfangsphase zu entfachen. In der zweiten Hälfte wagte Mali lange Zeit ein gefährliches Spiel, das Team von Trainer Patrice Carteron war nur auf Sicherung des eigenen Tores bedacht.

Doch die Kongolesen taten sich bis auf eine Chance von Youssef Mulumbu (68.) schwer und mussten letztlich verdient die Koffer packen. Mali gab in der Schlussphase die verhaltene Taktik auf und traf durch Kalilou Traoré (82.) und Cheick Diabaté (83.) noch zweimal das Aluminium. Gegen Südafrika werden die Malier nach dieser Leistung aber eher Außenseiter sein.

Gruppe C: Fernduell der Torjäger eine Randnotiz

Ein Blick auf die Tabelle der Gruppe C zeigt, dass sich neben Ghana und der Elfenbeinküste die Favoriten noch schwer tun. Burkina Faso ist Tabellenführer, dem Außenseiter-Team des Ex-Freiburgers Jonathan Pitroipa reicht gegen Titelverteidiger Sambia ein Remis für den Einzug ins Viertelfinale.

Doch die Hengste können sich nicht ausruhen, Sambia ist nominell stärker besetzt, auch wenn bisher eigentlich nur Torhüter Kennedy Mweene komplett überzeugen konnte. Trainer Hervé Renard ist weiter von seinem Team überzeugt, immerhin hat Sambia es „in den eigenen Händen“.

Das können auch die Super Eagles aus Nigeria von sich behaupten, aber die beiden späten Gegentore gegen Burkina Faso und Sambia haben am Selbstvertrauen der Nigerianer genagt. Immerhin kehrt im letzten Gruppenspiel gegen Äthiopien Kapitän Joseph Yobo zurück, mit Victor Moses (FC Chelsea) wird stattdessen ein wichtiger Offensivspieler ausfallen. Für Nigeria gilt wie für Sambia: Ein Sieg ist Pflicht.

Für den neutralen Zuschauer könnte es in der Gruppe C auch ein Fernduell der Torjäger geben. Burkina Fasos Alain Traoré hat bereits drei Treffer erzielt und führt die Torjägerliste an, Emmanuel Emenike (Nigeria) hat zwei Mal getroffen und will die Defensivschwäche der Steinböcke ausnutzen.