CAF Afrika Cup

Elfmeterfestival in der Gruppe D

Trainer Didier Six musste viel leiden, bis Togos Team erstmals in der Historie ins Viertelfinale des Afrika Cups einziehen konnte. Togo spielte gut, aber der Schiedsrichter reihte eine Fehlentscheidung an die nächste.

Togos Trainer Didier SixNach dem 1:1 gegen Tunesien trifft Togo im Viertelfinale auf Burkina Faso und Stilikone Six, der aufgrund der fehlenden Erfahrung im Trainergeschäft viel Kritik einstecken musste, wird in Togo zum Nationalhelden aufsteigen. Im zweiten Spiel der Gruppe D schaffte Algerien mit dem 2:2 gegen die Elfenbeinküste einen Achtungserfolg, die Ivorer traten aber nur mit einer besseren B-Elf an.

Elfmeter: Ein wirklich schweres Metier

Togo überraschte die Tunesier mit einer forschen Anfangsphase, auf einen Punkt wollte das Six-Team auf keinen Fall spielen. Die Taktik war zwar auf Konter ausgelegt, dabei wurde die tunesische Abwehr aber immer wieder überlaufen. In der 13. Minute legte Starangreifer Emmanuel Adebayor auf seinen Sturmpartner Serge Gakpe ab und der ließ Torhüter Ben Charifa keine Chance.

Mitte der ersten Halbzeit rappelten sich die Tunesier aber auf, auch begünstigt durch den berechtigten Foulelfmeter nach Foul an Walid Hichri. Khaled Mouehli verwandelte sicher und brachte die Adler von Karthago zurück ins Turnier. Bis zur Pause hätte es für Tunesien noch einen Handelfmeter, zu Beginn der zweiten Halbzeit einen weiteren Foulelfmeter geben müssen. So konnte sich Six zunächst nicht über die Leistung von Schiedsrichter Daniel Bennett beschweren.

Der unrühmliche Auftritt des Herren Bennett war damit aber lange noch nicht vorbei, die Bewertung strittiger Szenen im Strafraum machte ihm weiter zu schaffen. Erst verweigerte er Togo zwei klare Elfmeter (51./71.), um den Tunesiern dann einen sehr zweifelhaften schenken. Doch der rasende Six an der Seitenlinie und sein togoisches Team hatten Glück, Torschütze Mouehli setzte seinen zweiten Versuch an den Pfosten (78.).

Insgesamt verdiente sich Togo den Einzug ins Viertelfinale durch eine couragierte Leistung und die Fehler des Schiris machten Togo zudem zum Gruppenzweiten der Herzen. Das Turnier geht für den Außenseiter weiter und gegen Burkina Faso ist sogar noch mehr drin.

Joker Feghouli reizt die Elefanten

Die Ivorer standen schon vor dem Spiel als Gruppensieger und als Viertelfinal-Gegner von Nigeria fest. So war es keine Überraschung, dass Trainer Sabri Lamouchi nur eine B-Elf ins Rennen gegen Algerien schickte. Kurioser Nebeneffekt war dabei, dass dadurch Kapitän Didier Drogba wieder in die Startelf rückte. Mit dem Anschlusstreffer konnte der Stürmer sogar ein wenig Eigenwerbung betreiben.

Lamouchi schonte unter anderem Yaya Touré und den bisher so überragenden Gervinho, die Elefanten taten sich gegen die punktlosen Algerier auch sehr schwer. Und hätten früh in Rückstand geraten müssen, Ryad Boudebouz zielte mit seinem Elfmeter aber zu genau und scheiterte am Pfosten (7.). In der Folge war das Spiel ausgeglichen mit leichten Vorteilen für den Favoriten, Salomon Kalou scheiterte aber zwei Mal in aussichtsreicher Position und Drogbas Freistoß segelte knapp vorbei (27.).

Die Tore bewahrten sich die Algerier für die zweite Halbzeit auf und wieder war es ein Elfmeterpfiff, der helfen musste. Der zwei Minuten zuvor eingewechselte Sofiane Feghouli ließ sich die Chance diesmal nicht nehmen und brachte den zuvor so enttäuschenden Geheimfavoriten in Front (64.). Nur sechs Minuten später stellte Feghouli seinen Wert erneut unter Beweis und bereitete das 2:0 durch El Arbi Soudani vor.

Den Ivorern konnte es eigentlich egal sein, trotzdem wollten sie die Gruppenphase nicht mit einer Niederlage beenden. Drogba traf mit einem sehenswerten Kopfball (78.), Sturmpartner Wilfried Bony schaffte mit einem abgefälschten Weitschuss noch den Ausgleich (80.). Lamouchi wird trotzdem erst nach dem Viertelfinale wissen, ob die Schonung so vieler Stammspieler eine kluge Entscheidung war.