CAF Afrika Cup

Mali wirft den Gastgeber raus

Der Afrika Cup geht ohne Südafrika in die entscheidende Phase. Die Bafana Bafana verlor nach Elfmeterschießen gegen Mali mit 2:4. Bei den Adlern wurde ein Ersatzspieler zum großen Helden.

Südafrika jubelt und scheidet später trotzdem ausDenn eigentlich hat Torhüter Soumbeila Diakité einen Stammplatz auf der Bank, durch die Gelbsperre von Mamadou Samassa rückte Diakité aber zwischen die Pfosten und wurde mit zwei gehaltenen Elfmetern zum Matchwinner. Schon beim letzten Afrika Cup hielt Diakité im Viertelfinale gegen Gastgeber Gabun einen Elfmeter und brachte Mali ins Halbfinale – Geschichte wiederholt sich manchmal eben doch.

Auf Seiten der Gastgeber herrschte große Trauer, waren sie doch über die gesamte Spielzeit das bessere Team, ohne die nötige Torgefahr auszustrahlen. Im Elfmeterschießen versagten mit Dean Furman, May Mahlangu und Reneilwe Letsholonyane gleich drei Spielern die Nerven, Letsholonyane schoss sogar am Kasten vorbei. Für Mali verwandelten Cheick Diabaté, Adama Tamboura und Mahamane Traoré souverän.

Im ersten Viertelfinale konnte sich Favorit Ghana gegen Kap Verde durchsetzen, dürfte dabei aber für den Rest des Turniers sämtliches Glück aufgebraucht haben. Der Unterdog spielte couragiert, hatte die besseren Chancen und verlor am Ende doch mit 0:2. Ghana trifft im Halbfinale auf den Sieger des Spiels zwischen Burkina Faso und Togo.

Keita bringt Mali zurück ins Spiel

Erwartungsgemäß gab es in Durban mal wieder ein volles Stadion zu bestaunen, in der Geburtsstadt von Trainer Gordon Igesund pilgerten die Fans der Bafana Bafana ins Stadion Moses Mabhida und sorgten für eine prächtige Stimmung. Und die südafrikanische Nationalmannschaft tat alles dafür, um den Erwartungen gerecht zu werden.

Die Gastgeber waren von Beginn an das bessere Team, auch wenn der letzte Pass nur selten ankam und Torchancen daher Mangelware waren. Bis zur 31. Minute, als Tokelo Rantie von einem verunglückten Schuss seines Teamkollegen Thuso Phala profitierte und ins leere Tor traf. Mali wiederum spielte wie schon im gesamten Turnier sehr verhalten, aus einer kompaken Defensive gelangen nur selten gelungene Vorstöße nach vorne.

Im zweiten Durchgang gelang den Adlern dann gleich mit dem ersten guten Angriff der Ausgleich, Kapitän Seydou Keita traf höchstpersönlich. Mamadou Samassa wurde beim flanken nicht gestört, Keita löste sich von seinem Gegenspieler und ließ Torhüter Itumeleng Khune mit einem Kopfball keine Chance (58.). Mali war nun besser im Spiel, während die Bafana Bafana durchaus geschockt wirkte.

In der Schlussphase der regulären Spielzeit war Südafrika dann wieder das bessere Team, ohne weiteres Tor ging es aber in die Verlängerung und auch ins Elfmeterschießen, wo Soumbeila Diakité zum Helden für Mali avancierte.

Kap Verde verabschiedet sich erhobenen Hauptes

In der Gruppenphase hatte Ghana auch nicht immer überzeugen können, nach den Siegen gegen Mali und Niger sowie dem Remis gegen DR Kongo wurden die Black Stars ihrer Favoritenrolle aber gerecht. Im Viertelfinale sahen die Zuschauer in Port Elizabeth jedoch einen lahmen und chancenarmen Auftritt der Ghanaer, die nur mit viel Glück und einem überragenden Torhüter Fatawu Dauda gewinnen konnten.

Für die Blue Sharks war der Einzug ins Viertelfinale bereits der größte Erfolg in der Fußball-Historie des kleinen Inselstaats, trotzdem wird nach diesem Spiel der Ärger über die verpasste Chance, dem Ganzen noch einen drauf zu setzen, überwiegen.

Denn nach einer sehr mäßigen ersten Halbzeit, in der Kap Verde in der Defensive sehr gut stand, sich nach vorne aber nicht allzu viel zutraute, wurde der Außenseiter nach der Pause immer stärker und hatte einige hochklassige Torchancen. Auch der 0:1-Rückstand nach einem berechtigten Foulelfmeter an Asamoah Gyan brachte die Blue Sharks nicht aus dem Konzept. Der eingewechselte Mubarak Wakaso hatte verwandelt und Ghana auf die Siegerstraße gebracht (54.).

Die Ghanaer konnten sich aber bei ihrem Keeper Dauda bedanken, der gegen Julio Tavares (52.), Rambé (81.) und Heldon (90.) glänzend parierte und bei hohen Bällen meist eine gute Figur machte. Im Abschluss waren die Kapverdianer aber auch häufig zu überhastet.

In der fünfminütigen Nachspielzeit warfen die Blue Sharks dann wirklich alles, inklusive Torhüter Vozinha, nach vorne und wurden ausgekontert. Wakaso startete aus der eigenen Hälfte, lief auf das leere Tor zu und konnte den Ball in aller Ruhe einschieben. Mit Burkina Faso oder Togo wartet erneut ein machbarer Gegner für die Black Stars, den Titel werden sie so aber sicher nicht gewinnen.

Vorschau: Große Teams können besonders tief fallen

Auf einen richtigen Knaller im afrikanischen Fußball können sich die Fans in Rustenburg freuen, wenn im dritten Viertelfinale die Schwergewichte Elfenbeinküste und Nigeria aufeinander treffen. Nach den bisherigen Eindrücken des Turniers gelten die Elefanten als favorisiert.

Allerdings wird das Team von Trainer Sabri Lamouchi vor allem offensiv einen guten Tag erwischen müssen, denn die Super Eagles stehen in der Abwehr sehr konzentriert und ließen bisher wenige Torchancen zu. Lamouchi konnte im letzten Gruppenspiel fast alle Stammkräfte schonen und wird eine ausgeruhte Mannschaft auf den Rasen schicken. Gervinho und Yaya Touré kehren mit Sicherheit in die Startelf zurück, ob Superstar Didier Drogba wieder auf die Bank muss, ist noch unklar.

Die Super Eagles konnten in den ersten beiden Spielen gegen Burkina Faso und Sambia (jeweils 1:1) nicht überzeugen, der 2:0-Sieg gegen Äthiopien brachte aber das Selbstvertrauen zurück. „Die Atmosphäre und die Moral sind richtig gut“, sagte Trainer Stephen Keshi vor dem Viertelfinale. „Wenn du den Pokal gewinnen willst, musst du auch gegen die großen Teams gewinnen. Und je größer sie sind, desto tiefer können sie fallen.“

Das letzte Viertelfinale wirkt dagegen wie ein Duell im Leichtgewicht. Burkina Faso und Togo wurde vor dem Afrika Cup nicht allzu viel zugetraut, nun haben beide Länder die große Chance, unter die besten vier afrikanischen Teams zu kommen. Um 19:30 Uhr beginnt das Spiel in Nelspruit.