CAF Afrika Cup

Nigeria im Finale. Burkina Faso sensationell

Nach einem überzeugenden 4:1 gegen Mali steht Nigeria im Finale des Afrika Cups. Gegner ist überraschenderweise Burkina Faso. Die Hengste setzten sich gegen Ghana und den Schiedsrichter durch. Doch einer wird fehlen.

Burkina Faso erreicht Finale des Afrika Cups (Bild: imago).Nigerias Trainer Stephen Keshi ging als der Insider in die Partie gegen Mali. „Ich war fast zwei Jahre Nationaltrainer Malis und habe mit 80 Prozent der jetzigen Spieler gearbeitet. Ich kenne die Mannschaft gut“, sagte er vor dem Spiel auf eurosport.yahoo.com.

Vielleicht wusste er deshalb, dass Malis linke Abwehrseite Schwächen offenbart. Auf jeden Fall weiß Keshi um die Fähigkeiten seines rechten Offensivspielers Victor Moses (Chelsea), der den 1:0-Führungstreffer mit einem tollen Dribbling über rechts vorbereitete (25.). Elderson Echiejile köpfte ein.

Freies Geleit auf der rechten Angriffsseite

Auch das zweite Tor fiel über die linke Abwehrseite von Mali. Nach einem tollen Pass von Moses fand Emmanuel Emenike in der Mitte Brown Ideye, der zum 2:0 traf (30.). Apropros Emenike. Der Stürmer von Spartak Moskau sieht das Erreichen der Torjägerkanone als zweitrangig an. „Das wäre ein Bonus, denn in erster Linie spiele ich für das Team, nicht für mich“, sagte er laut iol.co.za vor dem Spiel. Prompt tat er etwas für den Bonus und traf zum 3:0 (44.), wobei sein Freistoß abgefälscht wurde. Es war sein vierter Turniertreffer.

Nach der Halbzeit änderte sich nur wenig. Als sich Adama Tamboura von Mali ein weiteres Mal auf Abwegen befand, fiel das vierte Tor für Nigeria. Ahmad Musa ging – wo schon, rechts – frei durch und tunnelte den Keeper (60.). Mali hatte den „Super Eagles“ mittlerweile freie Überflugrechte über ihre komplette linke Seite gestattet und nur mit Glück konnten weitere Gegentore verhindert werden. Den Ehrentreffer erzielte schließlich Fantamady. Nigeria steht damit zum siebten Mal im Finale des Afrika Cups, zwei Mal konnten sie dabei die Trophäe holen (1980,1994).

Burkina Faso schlägt Ghana: Skandalspiel

Neben Nigerias Emenike hat auch Ghanas Wakaso Mubarak noch Chancen auf die Torjägerkanone. Mubarak traf gegen Burkina Faso bereits in der 13. Minute per Strafstoß. Das 1:0 war sein vierter Turniertreffer, wobei er drei davon per Elfmeter erzielen konnte. Das Thema Elfmeter und Schiedsrichterentscheidungen blieb das Thema des Spiels.

Jonathan Pitroipa wurde zunächst von John Boye umgestoßen, doch die Pfeife blieb stumm (5.). Auf der anderen Seite reichte eine leichte Berührung von Mady Panandétiguiri, und Christian Atsu ging zu Boden (13.). Mubarak verwandelte, wie schon beschrieben. Burkina Faso gab nicht auf und ausgerechnet der im bisherigen Turnierverlauf blass gebliebene Aristide Bance erzielte in Halbzeit zwei den Ausgleich.

Dann ging es erneut um den seltsamen Schiedsrichter Slim Jedidi aus Tunesien. Paul Keba Koulibaly hätte wegen Nachtretens Rot sehen müssen. Er sah nur Gelb. In der Verlängerung wurde Burkina Faso ein Treffer aberkannt. Eine zumindest sehr fragwürdige Entscheidung. Prejuce Nacoulma hatte, so sah es der Schiedsrichter, sein Bein zu hoch genommen.

Pitroipa: Der traurige Held

Burkina Faso hätte die Führung nun längst verdient, doch es kam noch dicker. Schiedsrichter Slim Jedidi setzte seiner indiskutablen Leistung noch die Krone auf. Als Pitroipa im Strafraum gelegt wurde (117.), gab er dem ehemaligen Bundesligaspieler Gelb für eine Schwalbe. Das bedeutete Gelb-Rot für Pitroipa anstelle von Elfmeter, Tor und Finaleinzug. Wem zu diesem Zeitpunkt keine Verschwörungstheorien durch den Kopf gingen, der hat in den letzten Tagen keine Zeitungen gelesen.

Die Hengste mussten also ins Elfmeterschießen. Dort zeigte sich, dass es einen Fußballgott gibt. Die Sensation war perfekt. Burkina Faso steht im Endspiel des Afrika Cups – trotz des Schiedsrichters. Bitter allerdings: Jonathan Pitroipa wird nicht dabei sein dürfen.

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