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Sonntags Schuss entscheidet das Finale

10-Feb-2013

Newcomer Sunday Mba hat das Finale des Afrika Cups mit einem tollen Treffer entschieden und Nigeria zum dritten Titel verholfen. Burkina Faso war beim 0:1 letztlich chancenlos, kann aber trotzdem stolz sein.

Siegtorschütze Sunday Mba

In einem Finale auf mäßigem Niveau avancierte der bis zu diesem Turnier unbekannte Mba schon zum zweiten Mal zum Matchwinner für Nigeria, gegen die Elfenbeinküste hatte Mba den 2:1-Siegtreffer erzielt. Und das Tor war richtig sehenswert, mit dem rechten Fuß lupfte er sich den Ball in den Lauf, um ihn dann mit dem anderen Fuß zu vollenden. Nigeria krönte sich zum insgesamt dritten Mal zum Afrika-Meister. Mali hatte sich bereits am Samstag die dritten Rang mit einem 3:1-Sieg gegen Ghana gesichert.

Pitroipa im Finale dabei

Zwei Personalien hatten vor dem Anpfiff für Aufsehen gesorgt. Bei Nigeria konnte Top-Torjäger Emmanuel Emenike vor dem Finale nicht trainieren und tatsächlich musste der Stürmer von Spartak Moskau verletzt zuschauen. Dieses Schicksal blieb dem ehemaligen Freiburger Jonathan Pitroipa erspart, obwohl er im Halbfinale gegen Ghana die Gelb-Rote Karte gesehen hatte – und das wegen einer Schwalbe. Der Schiedsrichter gab seinen Irrtum allerdings zu und so wurde die Sperre aufgehoben.

Die Hengste und ihr Trainer Paul Put atmeten verständlicherweise auf, gehörte Pitroipa doch zu den besten Spielern beim großen Überraschungsteam. Burkina Faso hatte vor diesem Afrika Cup in Südafrika noch nie ein Spiel beim Kontinentalturnier außerhalb der Heimat gewonnen, das hatte sich mit dem 4:0-Erfolg gegen Äthiopien in der Gruppenphase erledigt. Es folgten Siege gegen Togo nach Verlängerung und gegen Ghana im Elfmeterschießen, ein wenig Glück hatten die Hengste für den Finaleinzug also benötigt.

Allerdings überzeugten die Burkinabé während des gesamten Turniers auch mit einer kompakten Abwehrreihe, in der regulären Spielzeit kassierte der Außenseiter vor dem Finale nur zwei Gegentore. Eins davon hatte Nigeria beim 1:1 im ersten Gruppenspiel erzielt, doch in der ersten Halbzeit taten sich die Super Eagles wieder sehr schwer. Es fehlten die Ideen aus dem Mittelfeld heraus, ein wenig gefährlich wurde es nur, wenn Victor Moses (FC Chelsea) zu einem seiner gefährlichen Flankenläufe ansetzte.

Der Führungstreffer fiel dann auch etwas überraschend. Ein Schuss von Moses wurde abgeblockt und Burkina Faso war in Überzahl, doch beim technischen Kabinettstückchen von Sunday Mba waren die Hengste nur nette Zuseher und so lag der Ball im Netz (39.).

Sanou vergibt die Chance zum Ausgleich

Nach der Pause änderte sich die Ausrichtung des Spiels ein wenig. Nigeria zog sich mit der Führung im Rücken etwas zurück und verlegte sich auf Konter. Burkina Faso wurde etwas offensiver, viele Torchancen sprangen dabei aber nicht heraus.

Der Augsburger Aristide Bancé, im Halbfinale gegen Ghana noch in toller Verfassung, tat sich gegen die Innenverteidiger die Super Eagles sehr schwer, das tat dem Spiel der Hengste nicht gut. Ein anderer alter Bekannter aus der Bundesliga hatte dann doch die große Chance auf den Ausgleich, der ehemalige Freiburger und Kölner Wilfried Sanou – kurz zuvor erst eingewechselt – scheiterte mit einem Schuss am glänzend reagierenden Torhüter Vincent Enyeama (73.).

Da waren inklusive Nachspielzeit zwar noch über zwanzig Minuten zu spielen, doch das Spiel war entschieden. Burkina Faso wirkte müde und uninspiriert, ein Last-Minute-Treffer wie im ersten Gruppenspiel wollte nicht mehr gelingen. Nach dem Abpfiff lief Trainer Stephen Keshi jubelnd in die Fankurve der Super Eagles, er war beim letzten Triumph der Nigerianer 1994 als Spieler dabei gewesen und steigt nun zum Nationalhelden auf.

Toller Abschluss für Mali

Im kleinen Finale hatte sich Mali mit einem 3:1-Sieg gegen die Black Stars aus Ghana den bronzenen Platz erobert und für ein versöhnliches Ende für das vom Bürgerkrieg erschütterte Land gesorgt. Mali wiederholte mit Rang drei das Ergebnis des letzten Afrika Cups, 2012 siegten die Malier ebenfalls gegen Ghana mit 2:0.

Die Tore für Mali erzielten Sturmführer Mamadou Samassa (21.), Kapitän Seydou Keita (40.) und Sigamary Diarra (90.), Ghana konnte nach dem Anschlusstreffer von Kwadwo Asamoah (82.) noch kurzzeitig von einer Verlängerung träumen. Mubarak Wakaso verschoss für Ghana einen Elfmeter (58.) und verpasste somit die Chance, alleiniger Torschützenkönig des Afrika Cups zu werden. Nun muss er sich diese Ehre mit Nigerias Emenike teilen. Der große Sieger des Afcon 2013 heißt aber Nigeria.

>> Spielplan Afrika Cup 2013


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